#20 Warum Gottes Name kein Füllwort ist
Shownotes
In dieser Episode beschäftigen wir uns mit dem dritten Gebot: „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen“ (2. Mose 20,7).
Ich erzähle von Alltagssituationen, in denen mir selbst oder anderen Gottes Name unbewusst über die Lippen rutscht – und warum es einen Unterschied macht, ob wir ihn gedankenlos oder bewusst aussprechen. Wir entdecken, dass Gottes Name Ausdruck von Beziehung ist und dass Worte mächtig sein können, wie Jakobus im Neuen Testament (Jakobus 3,5–11) beschreibt: Die Zunge ist klein, aber sie kann große Dinge anrichten – aufbauen oder verletzen – und zeigt, was aus unserem Herzen kommt.
Am Ende der Episode lade ich dich ein, ein Gebet mit mir zu sprechen, das nicht nur mich, sondern auch dich und alle Hörerinnen und Hörer umfasst. So kannst du deine Worte, dein Herz und deine Beziehung zu Gott neu ausrichten.
Bibelstellen in dieser Folge:
- Mose 20,7 („Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen“)
Jakobus 3,5–11 (über die Zunge: ein kleines Organ, das mächtige Wirkung hat – Worte können sowohl aufbauen als auch verletzen, wie ein scharfes Schwert, und zeigen, was aus unserem Herzen kommt)
Transkript anzeigen
00:00:00: Heute geht es in meinem Podcast darum, warum Gottes Name kein Füllwort ist.
00:00:05: Gott beginnt Beziehungen nie mit Regeln.
00:00:07: Er beginnt mit Nähe.
00:00:09: Und wenn wir ihm näher kommen, verändert sich etwas ganz Leise in uns.
00:00:13: Unsere Worte.
00:00:15: Ich merke das bei mir selbst.
00:00:17: Mir rutscht ein, oh mein Gott.
00:00:19: raus, oder ein, oh Jesus, oder um Himmels Willen.
00:00:25: Ganz automatisch, ganz unbewusst, nicht als Gebet, nicht als Erfurcht, einfach so im Alltag.
00:00:33: Und ich beobachte das auch überall um mich herum.
00:00:36: Im Supermarkt, auf der Straße, in Gesprächen, wie schnell ein Oh Gott oder Jesus über die Lippen geht.
00:00:43: Als Ausruf, als Verstärkung, als Füllwort.
00:00:48: Und manchmal halte ich inne und denke, Moment mal, das ist kein Wort, das ist... Mein Gott!
00:00:56: In der Bibel steht im dritten Gebot, im zweiten Buch Mose, Kapitel zwanzig Vers sieben.
00:01:03: Du sollst den Namen des Herrn deines Gottes nicht missbrauchen.
00:01:07: Dieses Wort ist keine Drohung.
00:01:09: Es ist eine Einladung etwas Kostbares, nicht gewöhnliche zu machen.
00:01:15: Ich glaube, wir missbrauchen Gottes Namen heute oft nicht aus Ablehnung, sondern aus Gewohnheit.
00:01:23: Nicht, weil wir ihn nicht lieben, sondern weil wir vergessen, wie nah er eigentlich ist.
00:01:29: Gott weiß das und er klagt uns dafür nicht an.
00:01:34: Er lädt uns ein, bewusst zu werden.
00:01:37: Wenn Beziehung wächst, verändert sich Sprache von selbst.
00:01:41: Ich kenne das aus zwischenmenschlichen Beziehungen.
00:01:44: In einer Ehe zum Beispiel.
00:01:46: Man kann den Namen des anderen sagen, liebevoll oder genervt.
00:01:51: Und obwohl es Der selbe Name ist, fühlt es sich völlig anders an.
00:01:57: Oder zwischen Eltern und Kindern, wenn ein Kind Mama ruft.
00:02:01: Nicht aus Nähe, sondern aus Ungeduld oder Gewohnheit.
00:02:06: Dann würde es eher so klicken.
00:02:08: Mama!
00:02:09: Oder Mama, ja.
00:02:12: Dann spürt man sofort, hier geht es gerade nicht um Beziehung, sondern um Funktion.
00:02:19: Und genau so ist es auch mit Gott.
00:02:22: Sein Name ist Ausdruck von Beziehung, nicht von Routine.
00:02:27: Jakobus schreibt im neuen Testament sehr ehrlich über unsere Worte.
00:02:33: Im Jakobusbrief Kapitel drei spricht er davon, dass die Zunge klein ist und doch große Wirkung hat.
00:02:42: Er sagt, dass aus demselben Mund Segen und Verletzungen kommen können und dass das nicht zusammenpasst.
00:02:50: Nicht!
00:02:50: als moralische Keule, sondern als liebevolle Einladung auf die Quelle zu schauen.
00:02:57: Denn Jacobus stellt diese eine Frage.
00:03:01: Kann aus derselben Quelle Süßes und Bitteres Wasser fließen?
00:03:05: Unsere Worte zeigen, was in uns lebt.
00:03:09: Nicht um uns zu beschämen, sondern um uns tiefer zu führen.
00:03:14: Ich will nicht perfekt werden.
00:03:16: Ich will ehrlich glauben.
00:03:18: Und wenn mir heute ein Oh mein Gott, über die Lippen kommt, halte ich manchmal kurz inne.
00:03:24: Nicht aus Angst, sondern aus Liebe.
00:03:27: Und ich merke, je näher ich Gott bin, desto weniger benutze ich seinen Namen gedankenlos und desto mehr wird er wieder das, was er eigentlich ist.
00:03:38: Beziehung, Gebet, Nähe.
00:03:43: Und das ist das Besondere daran, weil Gott hat nicht gesagt, du sollst meine Gebote halten, sondern Du wirst sie halten.
00:03:53: Ich werde dir helfen, sie zu halten.
00:03:56: Warum?
00:03:57: Weil ich dich liebe und weil ich möchte, dass es dir gut geht.
00:04:02: Gott gibt uns nicht seinen Wort, damit wir verzweifeln, sondern ergibt uns sie aus Liebe.
00:04:11: Er sagt, wenn du das befolgst, dann wird es dir gut gehen.
00:04:16: Weil ich dich liebe, darfst du selber entscheiden.
00:04:19: darfst du selber auf die Nase fallen und darfst selber sagen, okay, Papa, du hattest recht.
00:04:25: Ich werde auf das hören, was du mir sagst, weil ich dich liebe.
00:04:31: Ich möchte mit euch gemeinsam beten.
00:04:34: Jesus, wir kommen vor dich nicht perfekt, aber ehrlich.
00:04:39: Du siehst unsere Herzen und du kennst unsere Worte.
00:04:44: Du weißt, wie oft dein Name über unsere Lippen kommt.
00:04:48: Ohne dass wir innerlich bei dir sind.
00:04:52: Danke, dass du uns dafür nicht verurteilst.
00:04:56: Danke, dass du uns nicht antreibst, sondern einlädst, näher zu kommen.
00:05:03: Vergib uns, wo wir deinen Namen gedankenlos benutzt haben.
00:05:07: Wo Worte schneller waren als unser Herz.
00:05:12: Wir bitten dich.
00:05:14: Berühre unsere Quelle.
00:05:17: Heilige unser Inneres.
00:05:19: Lass unsere Herzen weich werden für dich.
00:05:23: Damit das, was aus uns herauskommt, von Liebe geprägt ist, von Achtung, von Beziehung.
00:05:32: Wir möchten dich nicht aussprechen, ohne dich zu meinen.
00:05:38: Wir möchten dir nah sein.
00:05:41: Mit allem, was wir sind.
00:05:43: In Jesu Namen.
00:05:45: Amen.
00:05:46: Vielleicht hörst du dich heute selbst.
00:05:48: Vielleicht denkst du, das kenne ich.
00:05:52: Dann sei sanft mit dir.
00:05:54: Gott ist sanft mit dir.
00:05:56: Er sagt nicht, mach es besser.
00:05:59: Er sagt, komm näher.
00:06:02: Und wenn du näher kommst, werden sich deine Worte verändern.
00:06:07: Ganz leise, ganz von selbst.
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