#1 I Johanna Glaubt - Gemeinschaft und Chaos
Shownotes
Glaube ist kein starres Konstrukt, sondern eine lebendige Reise. In meinem Podcast „Johanna glaubt“ nehme ich dich mit hinein in echte Geschichten, Fragen und Erfahrungen rund um das Thema Glauben. Manchmal erzähle ich allein, manchmal gemeinsam mit meinem Mann Ingo oder spannenden Gästen. Wir sprechen darüber, wie Glaube wächst, wie er im Alltag gelebt werden kann und wie wir in Krisen Hoffnung finden. 👉 Wenn du neugierig bist, was Glaube heute bedeuten kann – ehrlich, alltagsnah und mitten im Leben – dann bist du hier genau richtig.Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo und herzlich willkommen, hier ist Jennifer von Johanna Glaubt.
00:00:07: Ich lade dich heute ein, mit mir auf eine Reise zu gehen, auf eine Reise des Glaubens.
00:00:13: Hallo und herzlich willkommen hier bei Stream D Radio Düsseldorf.
00:00:19: Bei mir ist eine ganz, ganz tolle Frau Jennifer von Johanna Glaubt und wir haben heute einen
00:00:29: Thema namens Gemeinschaft.
00:00:31: Was heißt es denn für dich, im Gemeinschaft zu leben und auch das Thema Chaos-Erschöpfung
00:00:39: Unsicherheit?
00:00:40: Ja, hallo Michael, erstmal herzlichen Dank für deine Einladung, ich freue mich total
00:00:44: hier zu sein.
00:00:45: Ja, Chaos ist eigentlich immer und überall, gerade dann, wenn Menschen aufeinander treffen
00:00:50: und man den Alltag so organisieren soll.
00:00:53: Gemeinschaft findet auch hier jetzt statt in der ersten Begegnung tatsächlich überall,
00:00:57: wo ich hingehe, treffe ich auf Menschen, dort findet Gemeinschaft statt.
00:01:02: Dann gibt es aber auch Gemeinschaft, die man einfach einlädt, wo man sich dann als Gruppe
00:01:05: trifft und ja, Gemeinschaft ist da, wo Menschen sich begegnen.
00:01:10: Tatsächlich, also am einfachsten ist es natürlich dann, wenn Menschen aufeinander treffen und
00:01:14: es ein bisschen chaotisch ist, weil dann hat man nämlich eine Aufgabe miteinander, versuchen
00:01:18: das Chaos gemeinsam zu bewältigen.
00:01:20: Und das passiert natürlich überall, das passiert zu Hause, das passiert jeden auf der Arbeit,
00:01:25: das passiert aber auch, wenn man sich in Gemeinschaft trifft.
00:01:28: Und ja, manchmal sind das so Befindlichkeiten, die man einfach mitbringt, die es dann chaotisch
00:01:33: machen, keine Ahnung, die Ampel war ständig rot und ich habe schlechte Laune und in meinem
00:01:38: Herzen war es gerade deswegen totales Chaos und ja, dann hilft es einfach nur, wenn man
00:01:44: auch Gemeinschaft hat, mit jemand darüber redet und sagt, ey, pass auf, heute ist mir
00:01:48: das und das passiert.
00:01:49: Ja, wie können wir mein Chaos jetzt gerade los werden?
00:01:52: Jetzt würde ich sagen, ich schreibe chatGPT, du hast gerade los, hast du einen Tipp für
00:01:58: mich, aber das geht wahrscheinlich auch viel besser und sinnvoller, mit tollen Menschen
00:02:02: um sich rum, mit Emotion, mit Empathie.
00:02:05: Hast du denn da so ein Tipp für die Zuhörer Chaos zu bändigen, das innere Chaos?
00:02:12: Ja, also gut, dass du es gerade nochmal angestitten hast, mit chatGPT habe ich das natürlich auch
00:02:16: schon ausprobiert.
00:02:17: Hat es funktioniert?
00:02:18: Nee, also tatsächlich kriegt man dann so eine Anleitung, wie man sich Hilfe holen kann
00:02:24: und chatGPT rate tatsächlich auch einen Menschen zu suchen, mit denen man darüber sprechen
00:02:29: kann.
00:02:30: Und du hast ja vorhin schon darüber gesprochen, dass ich auch glaube und ich bewältige mein
00:02:35: Chaos nicht nur mit Menschen alleine, sondern tatsächlich auch mit Gott.
00:02:40: Also ich lade Gott ein, mit mir ins Gespräch zu gehen und so bewältig auch mein tägliches
00:02:45: Chaos.
00:02:46: Jetzt würde ich jetzt sagen, gehst du dann sonntags in die Kirche oder wo triffst du
00:02:51: auf die Gemeinschaft, auf Gott?
00:02:53: Also tatsächlich ist es so, man braucht nicht unbedingt eine Kirche oder eine Gemeinschaft,
00:02:58: wo sich Menschen treffen, um mit Gott zu sein, sondern tatsächlich findet das bei mir zu
00:03:02: Hause statt, in der Küche, im Schlafzimmer, im Badezimmer, im Wohnzimmer oder aber auch
00:03:07: tatsächlich im Auto oder auch auf der Arbeit.
00:03:11: Wenn ich mal kurz einen Moment habe und ich merke gerade, ich habe innerlich so ein Chaos
00:03:14: und ich habe jetzt gerade gar keinen, der bei mir ist, dann nehme ich mir den Moment und
00:03:18: spreche mit Gott und sortiere mit Gott gemeinsam mein Chaos.
00:03:21: Tatsächlich hilft es auch, wenn man sonntags in die Kirche geht oder samstags in die Kirche
00:03:26: geht oder man lädt Menschen zu Hause ein, um über Gott zu reden oder um das Lebenschaos
00:03:31: gemeinsam zu bewältigen.
00:03:33: Jetzt stelle ich mir nur die Frage, wie mache ich das denn als?
00:03:38: Also wie frage ich Gott, strukturiere mein Chaos?
00:03:41: Ja, also das ist so wie im Gespräch, wie wir beide das jetzt gerade machen und ja, manche
00:03:49: stellen sich das immer so kompliziert vor, manchmal dauert es einfach auch, bis man
00:03:53: eine Antwort bekommt, aber tatsächlich ist es wichtig, dass man mit Gott eine Beziehung
00:03:57: führt, also, dass man jeden Tag zu ihm kommt, mit ihm spricht.
00:04:01: Also ich kann mich noch dran erinnern, als mein Leben total chaotisch war, da war ich
00:04:04: noch relativ jung und habe ganz viel auch Musik gehört, ich bin durch die Straßen gelaufen
00:04:08: mit Walkman, ja, das ist schon ein paar Jahre her und da habe ich von außen einfach nichts
00:04:12: mitbekommen und dann kann man auch Gott gar nicht hören und irgendwann habe ich zu Gott
00:04:17: gesagt, du, was auf Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann zeig dich mir und das hat Gott
00:04:23: gemacht und seitdem an, baue ich halt ganz lang, also habe ich langsam eine Beziehung
00:04:27: aufgebaut und immer mehr gebetet, ich sagte, man ja, man muss auch die Bibel lesen, aber
00:04:32: es kam es viel, viel später bei mir, dass ich angefangen habe, die Bibel zu lesen tatsächlich
00:04:37: und es ist einfach ein Gespräch, dass ich sage, Gott, mir geht es gerade nicht gut,
00:04:42: keine Ahnung beispielsweise, ich hatte heute Stress mit einer Arbeitskollegin, ich habe
00:04:45: das nicht so verstanden, was kann ich jetzt machen, sortiere meine Gedanken und dann manchmal
00:04:50: kommt so eine Ruhe, ich kann das gar nicht beschreiben und dann sind plötzlich die Gedanken
00:04:54: da oder manchmal haben Menschen auch eine Botschaft, also dann gehe ich an anderen Kolleginnen
00:04:58: vorbei, die sagt dann, ey, Mensch, die Lise hat jetzt gerade gesagt, die hätte mal einen
00:05:03: kurzen Moment Zeit und das ist dann so, dass ich das, ah, die hat jetzt Zeit und da kann
00:05:07: ich darauf zugehen und kann vielleicht dann mein Chaos mit ihr besprechen und sagen, du
00:05:11: pass mal auf, vorhin die Situation, die war nicht so gut, aber in dem Moment, bevor ich
00:05:16: zu Gott gekommen bin, hätte ich das gar nicht gekonnt, weil mir die Ruhe fehlt, weil meine
00:05:21: Gedanken so voller Chaos sind tatsächlich.
00:05:24: Auch das im Jetztsein, das Bewusst wahrnehmen zu spüren, was ist in mir los, also das höre
00:05:31: ich jetzt gerade zu raus, also das war auch meine Geschichte, ich bin damals durch Portugal
00:05:36: und Spanien gewandert und ich weiß tatsächlich, dass ich die ersten drei Wochen mich nur
00:05:41: mit Podcasts und Musik abgelenkt habe und irgendwann habe ich leider meine Kopfhür
00:05:47: verloren und die Stille kam ein und das war auch genau der Moment, wo man sich selbst
00:05:54: kennen lernt und ich gehe davon aus, dass es so eine ähnliche Situation war, wo einfach
00:06:01: der Moment kommt, schauen wir nach links und rechts, wie schön es eigentlich ist, man
00:06:07: muss nicht immer alles abschirmen und verdrängen, sondern du darfst es auch mit offenen Armen
00:06:13: wahrnehmen und sehen, wie schön die Schmetterlinge gerade für dich tanzen.
00:06:17: Gab es denn für dich auch so einen Moment?
00:06:20: Ja, bei mir war es tatsächlich irgendwie ein bisschen anders und das war auch so die
00:06:24: Rückschau, wo ich das Gefühl bekommen habe, es war total gut, dass du deine Kopfhörer
00:06:29: nicht mal aufgesetzt hast oder dich mit lauter Musik beschallt hast, bei mir war es eher
00:06:34: anders, bei mir war das Lebenskahros richtig groß, also ich habe zu Hause nicht so viel
00:06:39: Gehalt gehabt in meiner Jugend und habe ziemlich viel Party gemacht, aber irgendwann war so
00:06:44: der Punkt in meinem Leben, wo ich gedacht habe, okay, ich hätte gerne eine eigene Familie
00:06:49: und aber davor war für mich ganz klar, es kann keinen Gott geben, weil bei mir in meinem
00:06:54: Leben ist es so gewesen, als ich geboren wurde, ist meine Mutter krank geworden, ich war zwölf,
00:06:59: meine Lieblingstante ist verstorben und mein Vater war nicht in der Lage für mich da zu
00:07:04: sein aus verschiedensten Gründen und da war so der Punkt, wo ich gedacht habe, boah, es
00:07:08: kann keinen Gott geben und dann bin ich ohne Gott durch die Welt gegangen und habe viel
00:07:12: Musik gehört, Partys gemacht, verschiedene Menschen kennengelernt, viel ausprobiert und
00:07:18: irgendwann kam dann der Punkt, wo ich gedacht habe, boah, es kann nicht mehr so weitergehen
00:07:21: und das will ich auch gar nicht und mein Wunsch war da, einfach eine Familie haben zu wollen,
00:07:26: habe ich gesagt, boah, lieber Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann schenkt mir doch
00:07:30: ein gesundes Kind und dann verspreche ich dir, ich werde mein Leben komplett verändern
00:07:35: und jetzt muss ich sagen, jeder denkt so, okay, ein Monat passiert nichts, zwei Monate passiert
00:07:40: nichts, drei Monate passiert nichts und ich habe drei Jahre lang gewartet und dann ist
00:07:46: es passiert, ich bin schwanger geworden und da war für mich ganz klar, jetzt muss ich
00:07:50: mein Versprechen einhalten, es gibt Gott, das Problem ist meistens, dass man immer das Gefühl
00:07:55: hat Gott existiert nicht, weil er die Wünsche nicht sofort erfüllt, aber manchmal hat das
00:08:00: ein Grund, man muss nochmal so ein Weg mit Gott auch gehen, also in der Zeit des Wartens
00:08:04: habe ich auch schon mit Gott gelebt, also ich habe gebetet und gekämpft und ich habe im
00:08:09: Internet mit so einer Seelsorge geschrieben und derjenige kam aus Portugal, da hat sich
00:08:15: so ein bisschen die Verbindung und als quasi mein Gebet sich erfüllt hatte, gab es die
00:08:21: Seelsorge nicht mehr und das war auch so für mich ein Gefühl, da war Gott im Spiel,
00:08:26: also Gott war da und hat mich begleitet, so und ich habe gedacht, an der anderen Seite
00:08:31: ist ein echter Mensch, mit dem ich geschrieben habe, hey, weh, und ja von da an war klar,
00:08:36: ich will den Weg mit Gott gehen, Gott ist groß und Gott ist da und das ist großartig.
00:08:41: Und jetzt sagst du ja, Gott ist groß und du begleitest Menschen im Wachstum und das
00:08:49: nicht nur Frauen, sondern auch Familien, was bedeutet denn Wachstum für dich?
00:08:54: Also für mich bedeutet Wachstum, das kann ich gar nicht definieren, weil das ist für
00:08:59: jeden etwas ganz Persönliches, so in erster Linie geht es erstmal dabei, sich selbst
00:09:04: halt kennen zu lernen, zu wissen, okay, wer bin ich, wo stehe ich, was kann ich oder
00:09:10: was möchte ich erreichen oder was sind meine Wünsche, aber tatsächlich geht es erst mal
00:09:15: darum, dass jeder Mensch in seinen eigenen Wirkungsbereich ist, so und dann gemeinsam
00:09:21: mit mir überlegt, ja, was kann ich, was möchte ich und wo möchte ich hin, also ich würde
00:09:27: das nie bestimmen, wo unsere Begleitung hingeht, also das ergibt sich einfach auch in einem
00:09:31: Gespräch oder in den Fragen, die wir gemeinsam haben oder manchmal ergibt sich das auch
00:09:36: einfach, wenn ich etwas von mir erzähle und ja, das ist halt eben keine Begleitung
00:09:41: ich stülpe etwas über, sondern wir gehen einen Prozess miteinander und das ist auch
00:09:45: der Prozess, den ich mit Gott gegangen bin.
00:09:48: Was ist denn Johanna glaubt, was machst du genau?
00:09:52: Also was mache ich genau?
00:09:54: Also im Moment ist es so, dass ich Menschen suche, die Lust haben, mit mir sich in Gemeinschaft
00:10:00: zu treffen und über den Glauben zu sprechen und ich arbeite gerade an einem Podcast
00:10:07: und da geht es halt um das Thema Glauben und ich suche tatsächlich Menschen, die Lust haben,
00:10:13: sich mit mir zu verbinden.
00:10:14: Und wie machen die das?
00:10:16: Also man kann mich zum Beispiel bei Instagram finden, da kannst du mich anschreiben unter
00:10:20: Johanna glaubtorg und ansonsten findet man mich auch bei Facebook, da kann man mich auch
00:10:28: anschreiben, wenn man mich nicht kennt und ansonsten sind es tatsächlich Menschen, die
00:10:31: mir immer im Leben einfach so begegnen und dann kommt man ins Gespräch, das ist schon
00:10:37: interessant.
00:10:38: Na so funktioniert das glaube ich, man bekommt die Menschen zur Hand, die man gerade braucht,
00:10:45: die gerade interessant sind oder die dich genau reflektieren und so triggern bis man
00:10:51: diesen Prozess durchgegangen hat.
00:10:53: Das kann sein.
00:10:56: Dann haben wir noch das Thema Gemeinde und echte Verbindung.
00:11:03: Was ist denn für dich echte Verbindung?
00:11:06: Also echte Verbindung geht man tatsächlich ein, erstmal indem man sich gegenseitig Vertrauen
00:11:13: schenkt und echte Verbindung muss wachsen.
00:11:16: Also es ist nicht etwas, nur weil man sich sieht, ist man miteinander verbunden.
00:11:21: Dazu gehört noch ein bisschen mehr.
00:11:23: Also deswegen halt das Thema Vertrauen, weil man geht ja in die Kommunikation miteinander,
00:11:29: in die Interaktion miteinander und ja das muss halt wachsen miteinander.
00:11:34: Also ich stelle mir das tatsächlich so vor, dass Johanna glaubt auch langsam wächst.
00:11:39: Also Menschen kommen zu mir nach Hause und mein großer Wunsch ist es tatsächlich, ja
00:11:43: Zellgemeinden zu gründen, das ist die Urform von Gemeinde oder von Kirche.
00:11:49: Also Kirche ist ja eine Intuition und Zellgemeinde ist Gemeinschaft, die miteinander wächst.
00:11:55: Und die wächst dann nicht einfach nur so, sondern sie soll tatsächlich heilende Gemeinschaft
00:12:02: sein.
00:12:03: Also es bedeutet, dass man angenommen wird in dieser Gemeinschaft so, wie man ist und
00:12:07: was man kann und man überlegt halt, welche Fähigkeiten man hat oder wozu ist man berufen.
00:12:13: Also zum Beispiel, manche Menschen sind dazu berufen, Gastfreundschaft zu geben oder die
00:12:19: können das auch und das fällt denen total leicht, dann ist total klar, dass dieser Mensch
00:12:23: auf jeden Fall, wenn er gerne möchte, Zellgruppenleiter werden kann, um dann wieder Menschen zu Hause
00:12:29: einzuladen.
00:12:30: Und so sollen halt immer mehr verschiedene Zellgruppen wachsen.
00:12:34: Also eine Zellgruppe könnte dann aus acht bis zehn Menschen sein, bevor die sich wieder
00:12:38: teilt und dann ja daraus wieder ein System wird, wo man dann gemeinsam überlegt, jetzt
00:12:45: sind für so viele Menschen miteinander gewachsen, wo wollen wir uns zum Beispiel mal an einem
00:12:51: Samstag oder an einem Sonntag treffen oder aber am Montatdieter mit dem Donnerstag, weil
00:12:56: in der Bibel oder Freitag auch, egal welcher Wochentag, weil die Bibel sagt, jeder Tag
00:13:00: soll ein Gottesdienst sein und man hat immer so ein verkehrtes Bild davon, man denkt immer
00:13:05: so, ja Gottesdienst ist so das, was man erlebt in der katholischen oder evangelischen Kirche,
00:13:10: da vorne steht ein Pastor, der erzählt was, wir singen zusammen Gemeindelieder, nein,
00:13:16: Gottesdienst ist da, wo Menschen sich zusammen treffen und gemeinsam über Gott reden und
00:13:22: man sich auf Augenhöhe begegnet miteinander und gemeinsam überlegt, wie man den Tag gestaltet.
00:13:28: So jemand, der Gastfreundschaft hat, dient ja auch schon Gott mit seiner Gastfreundschaft,
00:13:33: jemand, der vielleicht gut singen kann, sagt, okay, ich möchte gerne Lobpreis machen und
00:13:38: dafür setzt er sich dann ein, also jeder so mit seinen Fähigkeiten und Gaben ist jetzt
00:13:43: nicht ausgeschlossen, dass man sagt, okay, ich möchte das gerne erlernen, klar kann
00:13:46: man das auch, das ist kein Problem, aber in der Regel geht es darum, dass jeder das einbringt,
00:13:52: was er auch kann, so damit es eine heilende Gemeinschaft ist.
00:13:55: Also man soll sich nicht verkrümmen und verbiegen, um in eine Norm zu passen?
00:14:02: Nein, auf gar keinen Fall, weil so möchte Gott das auch nicht, also Gott möchte keine
00:14:08: Menschen, die Marionetten sind und das soll in dieser Gemeinschaft auch nicht sein, du
00:14:11: darfst kommen so wie du bist.
00:14:14: Und dich entfalten?
00:14:15: Ja, richtig.
00:14:16: Das hört sich sehr einfach an, oder ist es doch schwer?
00:14:20: Also, ich denke, Gemeinschaft mit Menschen ist nicht immer einfach, tatsächlich, weil
00:14:27: auch immer jeder hat unterschiedliche Befindigkeiten und manchmal hat man so das Gefühl, eigentlich
00:14:31: will ich ja auch gar nicht so wirklich etwas von mir preisgeben oder ich möchte mich so
00:14:36: zeigen, wie ich eigentlich bin.
00:14:38: Aber genau das ist halt wichtig, um eine heilende Gemeinschaft gründen zu können, dass man
00:14:44: eben sich öffnet, aber das muss auch nicht sofort sein, also jeder halt in seinem eigenen
00:14:48: Tempo, also wichtig ist einfach, dass man ehrlich ist miteinander und dass man sich gegenseitig
00:14:54: Vertrauen schenkt, ist auch wichtig und dass man ehrlich zueinander ist.
00:14:59: Jetzt muss ich aber einmal fragen, was heißt für dich "heilen"?
00:15:03: Also, "heilen" heißt für mich, wie soll ich das beschreiben?
00:15:08: Ich glaube, da muss ich so ein bisschen in mich hinein fühlen, also ich habe mich ganz
00:15:13: lange Zeit nicht heil gefühlt oder ganz, sondern es gab immer so Ecken und Kanten und
00:15:21: "Boah, das mochte ich nicht an mir" und "Das mochte ich nicht an mir" oder so verschiedene
00:15:28: Dinge, die ich einfach nicht an mir akzeptieren konnte, also Glaubenssätze, die man als Kind
00:15:33: mitbekommen hat.
00:15:34: Also, ich sollte immer still sein, deswegen ist mir einfach wichtig, dass ich das schweigen
00:15:39: breche.
00:15:40: Und so hat jeder seine eigenen Glaubenssätze und Befindlichkeiten und die lernt man gemeinsam
00:15:48: loszulassen.
00:15:49: So und das passiert auch in der Gemeinschaft mit Gott und deswegen ist es eine heilende
00:15:54: Gemeinschaft.
00:15:55: Man lernt miteinander heil zu werden, um ganz mensch sein zu können, ohne sich von
00:16:03: den Gedanken, die man alles so mitbekommen hat, beeinflussen zu lassen.
00:16:06: Und das ist halt auch die Macht der Gemeinschaft, sage ich jetzt mal, ich kann mich an einen
00:16:13: Pfadfinder-Situation erinnern, da wollte ein Junge nicht schwimmen gehen und hatte auch
00:16:18: panische Angst vor dem Schwimmen, weil jetzt aber alle Freunde im Wasser waren, hat er
00:16:23: dann gesagt, okay, ich muss den Mut jetzt oder ich möchte den Mut zusammenfassen und ist
00:16:28: dann eben mit Schwimmen gegangen, weil er eben wusste, die Gemeinschaft, die Pfadfinder
00:16:33: tragen ihn so und dann hat es für dich eine heilende Wirkung.
00:16:37: Richtig, genau, weil er sich selbst überwunden hat und es über sich hinausgewachsen und
00:16:43: die Gemeinschaft oder der Junge wird wahrscheinlich auch erfahren haben, boah, Freunde sind voll
00:16:47: stolz oder die Eltern oder der Pfadfinderleiter und das ist doch großartig, wenn man dann
00:16:52: selber über sich hinaus wächst und das gehört für mich auch dazu heilende Gemeinschaft
00:16:58: zu leben.
00:16:59: Jetzt stelle ich mal die Frage, ist Gott für dich dein Sparringpartner, dein Mentor?
00:17:05: Ja, also Jesus ist tatsächlich mein Mentor und er ist lebendig, der ist real, also es
00:17:14: nicht einfach, den kann man hier in so ein Karton reinpacken und der begleitet mich tatsächlich
00:17:20: jeden Tag und es gibt Momente in meinem Leben, wo ich denke, boah, ich schaffe das alles
00:17:25: alleine und also es gibt Momente in meinem Leben, wo ich denke, ich mache das alleine.
00:17:30: Also fangen wir mal einfach an, wenn wir vom Alltag reden, zu Hause und ich bin tatsächlich
00:17:36: jemand, der total chaotisch ist, das heißt, ich nehme mir vor zum Beispiel die Spülmaschine
00:17:42: auszuräumen und wenn ich einfach nur ganz ich bin, dann kann das passieren, dass plötzlich
00:17:47: mir der Hund über den Weg läuft, meine Tochter über den Weg läuft oder keine Ahnung, ich
00:17:52: habe ein Schreibtisch wobei läuft und dann denke ich so, ok, kannst du das machen, kannst
00:17:54: du das machen, kannst du das machen und das ist total chaotisch und dafür brauche ich
00:17:59: Jesus und ich lade Ihnen ein, mich im Tag zu begleiten, damit mich solche Dinge einfach
00:18:04: nicht abdenken, damit ich tatsächlich sage, ok, kommen wir, räumen zusammen die Spülmaschine
00:18:09: aus und du hilfst mir jetzt, dass ich auch dabei bleibe und das hilft mir tatsächlich.
00:18:15: Also, ich spüre ganz real, dass Gott da ist und mich führt und mich leitet und die Dinge im Alltag mir zu hilf zu bewältigen.
00:18:25: Jetzt haben wir das Thema noch Retreats bzw. das Thema Berufung und das Thema Zukunft.
00:18:35: Wir haben von eben über das Thema Gemeinschaft gesprochen, gibt es denn noch mehr oder was noch größeres?
00:18:46: Ja, also deswegen sitze ich ja hier und deswegen habe ich Johanna Glaub gegründet.
00:18:52: Jetzt fragt sich jeder, okay warum Johanna glaubt, ich heiß ja Jennifer und meine Berufung ist es tatsächlich,
00:19:01: ich soll Gemeinde gründen, Gemeinschaft gründen und das ist meine Berufung, aber wie komme ich da hin?
00:19:08: Das ist schon eine lange Geschichte, also ich habe tatsächlich auch Schwierigkeiten gehabt mit meiner eigenen Identität,
00:19:15: war mir aber gar nicht bewusst, dass ich dieses Problem habe, sondern ich hatte so einen Glaubenssatz, der aus meiner Kindheit kam,
00:19:24: ich darf bloß nicht so werden wie meine Mutter und ich habe alles dafür getan, bloß nicht zu werden wie meine Mutter
00:19:30: und habe aber einfach vergessen, dass meine Mutter auch schöne Seiten hat, also die hat gerne Briefe geschrieben,
00:19:36: sie war sehr kreativ, sie war mit mir als Kind im Blumenladen, oh ich liebe das, wenn ich in den Blumenladen gehe
00:19:42: und wenn man einfach da mal steht und den Duft der Blumen aufnimmt und das sind auch Momente der Stille.
00:19:51: Und ja, Jesus hat mir einen Namen gegeben, weil ich hatte so Problem damit auch Jennifer zu heißen,
00:20:01: weil ich gar nicht wusste, wer oder was ist Jennifer so und deswegen hat er zu mir gesagt, du heißt Johanna
00:20:10: und Johanna bedeutet, Gott ist gnädig und ich möchte gerne gnädig und bei ihm herzlich sein, auf andere Menschen zu schauen
00:20:19: und das ist das, was ich durch Jesus gelernt habe, dass es wichtig ist, dass man liebt und dass man Menschen annimmt
00:20:28: und wenn man Menschen liebt, ist es aber auch wichtig, dass man lernt sich selbst zu lieben
00:20:33: und das konnte ich nicht mit meiner Identität vorher, nur mit Jennifer und durch Johanna kann ich das, ich kann da durchwachsen
00:20:40: und das ist meine Berufung, es ist meine Berufung, Menschen von Gott zu erzählen, von mir zu erzählen
00:20:48: damit jeder die Möglichkeit hat, die freiwillige Entscheidung zu treffen, Gott ja, Gott nein.
00:20:55: Und jetzt müssen wir aber auch nochmal differenzieren, das heißt ja jetzt nicht römisch, katholisch oder evangelisch
00:21:02: oder sonst was, also wenn du von Gott sprichst, heißt es dir was ganz anderes.
00:21:09: Richtig, also wenn ich von Gott spreche, dann ist das der Glaube und Glaube findet statt, indem man einfach eine Entscheidung trifft
00:21:16: also wenn ich sage okay, ich möchte jetzt daran glauben oder genau so ist das, ich möchte daran glauben, das ist die Entscheidung.
00:21:26: Und das eine schwierige, aber dennoch einfache Entscheidung.
00:21:33: Ja, die ist sehr schwer tatsächlich, also sich sogar zu bekennen ist sehr schwer.
00:21:40: Aber dann ist es einfach.
00:21:42: Wenn ich mich dazu entschieden habe, dann ist es einfach, also es ist ja mit allem so.
00:21:46: Wenn der Junge hat sich auch entschieden schwimmen zu gehen und als er sich überwunden hat, hat er da ja gemerkt, es ist einfach.
00:21:54: Also nehmen wir das Beispiel, wenn man Angst hat und sich überwindet und sich dann entscheidet etwas zu machen, dann wird es leicht.
00:22:02: Und da will ich auch nochmal auf das Thema Chaos einhergehen.
00:22:06: Meistens ist es ja schwierig, weil das Chaos ein im Bann hält.
00:22:11: Und wenn man dann eben es geschafft hat, eine Lösung zu finden, die das Chaos bändigt und dir ein System zu handen gibt,
00:22:22: es zu strukturieren, ist danach ja sehr einfach.
00:22:26: Ja, und nicht nur einfach, also ich würde jetzt die Hände hochheben und würde sagen, ja, checker, ich habe es geschafft, ich habe das Chaos bewältigt.
00:22:34: Und das gibt natürlich auch Glückshormone, die dann in dem Moment ausgeschüttet werden, weil man kann ja dann auch wirklich stolz auf sich sein, weil man es geschafft hat.
00:22:44: Definitiv, nur leider ist es halt so, dass es schwer ist, das Chaos erstmal zu bändigen und eine Struktur zu finden.
00:22:52: Und da sind wir, glaube ich, auch wieder am Anfang, wo wir darüber gesprochen haben, welche Möglichkeiten habe ich.
00:22:58: Und dann ist es manchmal vielleicht doch leichter, auch mal zu sagen, ich brauche Hilfe.
00:23:05: Richtig, genau. Das ist ja das Schöne dabei, dass man halt Gemeinschaft hat, wo man sich gegenseitig helfen kann.
00:23:12: Wichtig ist halt einfach, dass man auch ehrlich zu sich selbst ist und sagt, okay, ich schaff das einfach nicht alleine, ich brauche jetzt wirklich Hilfe.
00:23:19: Und dann kann ich auch ins Spiel kommen, man kann mich ansprechen und dann können wir Lebensthemen besprechen miteinander und dann überlegen wir mal gemeinsam, wie man dein Chaos bewältigen kann.
00:23:31: Weil jeder hat ja ein unterschiedliches Chaos und braucht andere Hilfe.
00:23:36: Ja voll. Also die Gedanken im Kopf sind fantastisch, wenn die erstmal wirken.
00:23:42: Ja, das ist richtig.
00:23:45: Als ich damals am Reisen war, bin ich irgendwann im Slamm gelandet und war dort an einem Tempel.
00:23:53: Und die haben mich gefragt, wo ich ja komme und was meine Religion.
00:23:58: Und ich sagte damals, ich bin Christ, aber irgendwer ja auch nicht.
00:24:02: Und sie sagt, it doesn't matter, you are human, please have a seat.
00:24:06: Und ich glaube, das ist zu dem Thema Gelaube und zu dem Thema Religion eben eine Frage, wie schaut man auf die Thematik drauf.
00:24:16: Und bei der Gesamtthematik ist es jetzt eben auch wichtig zu betrachten, dass wir davon sprechen, dass wir alles Menschen sind.
00:24:23: Dass wir uns auf Augenhöhe begegnen, bewegen und empathisch füreinander sind, ohne irgendwelche hierarchischen Systeme aufzubauen
00:24:34: und zu verurteilen, nur weil es dem anderen gerade schlecht geht.
00:24:39: Und wenn wir in so einem System sind, wo wir gefangen sind, kann Heilarbeit entstehen und kann auch Selbstliebe wachsen.
00:24:54: Und dementsprechend würde ich jetzt auch gerne nochmal auf das Thema Selbstliebe eingehen, weil ich das ganz häufig bei dir auch rausgehört habe.
00:25:03: Wie wichtig ist für dich das Thema Selbstliebe?
00:25:07: Also es ist ein ganz zentraler Punkt in meinem Leben, sich selbst zu lieben.
00:25:12: Es ist halt auch ein Bibeltext, lieber deinen Nächsten, wie dich selbst.
00:25:16: Also für mich ist kein Problem, andere zu lieben, sondern tatsächlich hakt bei mir das Problem an der Selbstliebe.
00:25:23: Und da musste ich verstehen, dass es Gott gibt und dass er mich so liebt, wie ich bin.
00:25:29: Und durch Gottesliebe konnte ich mich selber anfangen anzunehmen und ich entdecke jeden Tag auch immer neue Dinge an mir, die mir gefallen.
00:25:39: Das ist ganz wichtig, weil je mehr man sich gern hat oder auch je mehr man sich selbst kennt, wächst auch die Selbstliebe.
00:25:48: Weil man muss ja auch nicht immer alles an sich mögen, ist nur wichtig, wie man damit umgeht.
00:25:53: Also so, wie ich jetzt mit dir umgehe, dich auf Augenhöhe betrachte, so muss man das auch mit sich selber machen.
00:25:59: Und das ist Selbstliebe und das ist nicht immer nur, dass man ja total euphorisch ist und sagt,
00:26:05: "Boah, ich bin der Beste, ich bin der Tollste", sondern nein, ich bin in Ordnung, so wie ich bin und ich kann mich lieben.
00:26:11: Und ich mag auch meine Fehler und ich weiß, dass ich chaotisch bin und ich kann mich trotzdem annehmen.
00:26:17: Das ist für mich Selbstliebe, zu sagen, ich bin in Ordnung.
00:26:21: Und ich kann damit umgehen und wenn ich gerade mal selber nicht mit mir umgehen kann, habe ich Gott und manchmal schick Gott mir Menschen
00:26:28: und mit denen kann man dann auch die Dinge besprechen, um sich selber halt besser annehmen zu können.
00:26:34: Da möchte ich aber nochmal in meiner Welt intervenieren und sagen, es gibt keine bewussten Fehler,
00:26:42: sondern ich weiß, dass ich Maken habe, würde ich sie aber als Fehler betrachten, dann wäre es schwierig.
00:26:53: So, ich weiß jetzt zum Beispiel, am Anfang wollte ich eigentlich die wunderschönen Wassertöne hier drin haben.
00:27:00: Ich weiß aber inzwischen, dass es ein Fehler wäre, sie einzuspielen.
00:27:07: So, und dementsprechend ist es vielleicht Schicksal oder wie man es auch immer nennen möchte, dass es so passiert ist.
00:27:17: So, und wenn man mich auch beurteilen würde nach dem Chaos, dann würde ich es jetzt auch nicht als Fehler beschreiben,
00:27:25: sondern als ein Zustand, in dem ich sehr gerne bin.
00:27:30: Aber meine Meisterfähigkeit ist das Chaos zu bändigen. So, und dementsprechend ist es nur ein Blickwinkel, wie man auf die Thematik achtet oder betrachtet.
00:27:40: Und ich glaube, da fängt eben selbst Liebe an zu erkennen, dass das Chaos auch ein wunderschöner Zustand ist, zu dem man stehen darf.
00:27:52: Genau, und das ist halt richtig. Und das ist halt auch der Punkt, wo ich sage, okay, da fängt heilende Gemeinschaft halt eben auch,
00:27:58: dass man miteinander so umgeht und damit sich selbst auch so umgeht zu sagen, okay, keine Ahnung, das klappt halt nicht.
00:28:07: Ich bin total chaotisch, dass man da einfach nicht dran zweifelt.
00:28:10: So, und sagt, okay, das ist jetzt so. Und da hast du vollkommen recht.
00:28:15: Jetzt stelle ich mir, also ich weiß ja, das schwierigste im Leben ist die Kommunikation und Kommunikation in Gruppen und in Gemeinschaften ist nochmal umso schwerer.
00:28:30: Wie funktioniert gute Kommunikation?
00:28:35: Ja, das ist nicht so einfach. Da fragst du jetzt auch jemanden, ich muss zwar immer ganz viel reden, also ich bin Erzieherin und muss ganz viel mit den Kindern sprechen.
00:28:44: Also da fällt es mir tatsächlich total leicht, aber es ist nicht so einfach, wenn viele Menschen aufeinander treffen.
00:28:51: Und da ist halt einfach wichtig, dass man auf Augenhöhe miteinander sich anguckt und auch miteinander sich trifft und auch ehrlich zueinander ist, damit Kommunikation gut funktioniert.
00:29:04: Und dann ist halt aber auch wichtig, dass man sich selbst auch reflektiert.
00:29:08: Also wenn ich so einfach immer so spreche und kommuniziere, wie ich das so gerne möchte, dann rutschen mir auch schon mal so Dinge daraus, die da eigentlich gar nicht rausrutschen sollten.
00:29:19: Und das ist halt wichtig, dass man sich vorher bewusst macht, wie man in so einer Gemeinschaft miteinander umgehen möchte.
00:29:26: Also dass man dann auch ganz klar sagt, Regeln, wir, ja, wir verhalten uns hier.
00:29:32: Was geht um Werte?
00:29:33: Ja, genau, richtig. Wir verhalten uns hier freudlich miteinander, wir begegnen uns auf Augenhöhe und dass man tatsächlich auch sagt, wir wollen eine gewaltfreie Kommunikation miteinander haben.
00:29:45: Also ich finde, in Gemeinschaft ist es ganz wichtig, dass man ja Regeln miteinander bespricht, damit halt einfach auch eine gesunde Kommunikation stattfinden kann.
00:29:55: Und was wäre, oder was ist dir wichtig?
00:30:00: Was mir persönlich wichtig ist in der Art der Kommunikation.
00:30:04: Genau.
00:30:05: Also in erster Linie ist es wichtig, dass man freundlich zueinander ist.
00:30:10: Aber was bedeutet für mich Freundlichkeit?
00:30:13: Also da wäre eine ausgewählte Wortart ist mir ganz wichtig.
00:30:18: Ich möchte nicht in der Kommunikation irgendwie beschimpft werden oder beleidigt.
00:30:23: So und das tue ich mit anderen Menschen auch nicht und wichtig ist aber auch Respekt, also begegne jeden Respekt voll.
00:30:31: Und wenn ich mal was nicht verstehe, dann muss man ja auch selber sich mal reflektieren und nochmal vielleicht freundlich nachfragen.
00:30:39: Ich finde das schwierigste ist manchmal in der Kommunikation die Gefühle, die dann da aufkommen, weil man den anderen halt eben nicht versteht.
00:30:45: Und deswegen finde ich einfach wichtig, dass man ehrlich zueinander ist, sich hinterfragt.
00:30:50: Und ja auch nochmal darüber nachdenkt, ob das alles so richtig ist, was man jetzt gerade sagen möchte.
00:30:58: Dann ist es wieder Chaos im Dialog.
00:31:01: Und da muss das Chaos im Dialog auch erstmal wieder gelöst werden.
00:31:05: Was steht da wirklich hinter?
00:31:07: Richtig.
00:31:08: Und dann passieren häufig, also wenn man es so nicht macht, dann passieren häufig auch Missverständnisse,
00:31:12: gerade auch in der Gemeinschaft, die da einfach nicht hingehören.
00:31:15: Das Gute ist tatsächlich, wenn viele Menschen aufeinander treffen und man in der Kommunikation nicht mehr miteinander gut zurechtkommt,
00:31:23: sollte man sich vielleicht noch jemand dazuholen, der auch vielleicht dann hilft, um die Emotionen oder das Missverständnis zu helfen, auszuräumen.
00:31:32: Jetzt sind wir aber leider in einer Generation, wo wir schnell das Handtuch werfen.
00:31:39: Wie findest du das oder was wäre dein Lösungsweg?
00:31:44: Also das stimmt, dass man häufig aufgibt oder dann denkt, ach komm, wir lassen das einfach mal, in manchen Dingen finde ich es gut.
00:31:52: Also wenn man tatsächlich merkt, okay, hier kommen wir heute nicht mehr weiter, dass man dann halt sagt, okay, für heute schmeißt du was Handtuch,
00:31:59: aber lass uns nochmal morgen zusammensetzen, um vielleicht auch nochmal Zeit zu schaffen, um die Dinge nochmal nachzudenken und zu reflektieren.
00:32:07: Was ich aber ganz schlimm finde und wo ich überhaupt keine Lösung zu habe, ist, dass Menschen sich dann einfach nicht mehr zurück melden.
00:32:14: Also Telefonnummern werden gesperrt, man versteckt sich.
00:32:17: Das finde ich tatsächlich ein ganz großes Problem, weil dann nimmt man diese Gefühle ja auch mit und die sind immer da,
00:32:24: so lange wie man sie nicht ausgesprochen hat und dann passiert es halt, ich weiß nicht ob du es kennst, mit dem Dreck unter den Teppich kehren
00:32:30: und der Berg wird immer größer und was passiert mit dem Berg, irgendwann platzt er.
00:32:34: Und das sollte auf gar keinen Fall passieren, deswegen finde ich es wichtig, dass man mutig ist und sagt, du, Hammer, ich möchte gerne doch nochmal mit dir reden,
00:32:44: aber ich weiß gar nicht so richtig, wie ich mich jetzt gerade ausdrücken kann, aber lass uns doch mal überlegen, wie wir dieses Problem gelöst bekommen.
00:32:52: Aber tatsächlich gesellschaftlich ist es im Moment ein ganz großes Problem, dass wir vor Dingen wegrennen.
00:32:58: Und dann zeigt man den Rücken und der Rücken ist gefährlich.
00:33:02: Richtig.
00:33:04: Spannendes Thema, so habe ich das noch nicht betrachtet, aber umso wichtiger ist auch der Dialog.
00:33:12: Jetzt sind wir schon fast am Ende und mir ist nochmal wichtig, zu appellieren, in eine Gemeinschaft zu gehen und den Müll nicht unter das Sofa zu kehren.
00:33:30: Möchtest du da nochmal einen Abschlusstipp geben?
00:33:36: Ja, also ganz wichtig, also mein persönlicher Tipp.
00:33:41: Ich habe da auch Probleme, wo ich manchmal denke, oh, das gefällt mir überhaupt nicht und das möchte ich gar nicht ansprechen.
00:33:47: Und was mache ich dann?
00:33:49: Also ich schreibe ganz viel, ich schreibe manchmal meine Gedanken, also nicht manchmal, ich schreibe wirklich ganz oft meine Gedanken auf
00:33:56: und ich schreibe sie mit Gott, also ich schreibe Briefe an Gott und da erzähle ich Gott einfach alles, was mich gerade so belastet
00:34:04: oder auch wenn es mit Kommunikation nicht gut funktioniert, schreibe ich dort auf.
00:34:09: Und dabei habe ich dann schon mal die ersten Gefühle losgelassen.
00:34:12: Und dann kann ich am nächsten Tag und in der nächsten Situation einfach besser nochmal mit der Person reden.
00:34:19: Das ist halt ein Tipp, den kann ich wirklich nur empfehlen, also die Dinge einfach mal aufzuschreiben, um sie loszulassen
00:34:26: und aber auch um die Gedanken zu sortieren.
00:34:29: Wenn man jetzt aber nicht so der Typ ist, dass man es aufschreibt, ich habe auch eine Zeit lang auf meinem Handy so eine Sprachnachricht drauf gemacht
00:34:36: und habe dort dann einfach die Dinge erzählt mit Gott gemeinsam und habe sie dann losgelassen.
00:34:42: Dass man irgendwie etwas für sich findet, wo man die Dinge besprechen kann und um sie dann loszulassen, aber auch um die Gedanken zu verändern
00:34:50: und da hilft mir persönlich das Schreiben und das Gebet.
00:34:54: Es gibt auch ein Podcaster-Gebet in Anführungszeichen und zwar eine ganz tolle Podcaster-Übung ist es,
00:35:00: die aktuellen Tagesgeschehnisse einfach ins Handy einzusprechen und sich das dann anzuhören
00:35:08: und dann wahrzunehmen, wie ist die Sprache und wie kommt das rüber, was ich sage.
00:35:15: Jetzt ist es quasi das Podcaster-Gebet, aber es funktioniert tatsächlich.
00:35:20: Man hört, wie ist die Stimme, wie sind die Fehler im Gesagten, im Gespräch
00:35:29: und es ist ein toller Tipp, habe ich schon lange nicht mehr gemacht, ist aber wirklich schön, das nochmal am Ende genannt zu bekommen
00:35:41: als Reminder und ich glaube, das ist auch ein toller Reminder.
00:35:44: Als Kind haben wir wahrscheinlich häufig Tagebuch geschrieben und irgendwann waren wir zu alt dafür, aber dieses Tool ist mächtig.
00:35:54: Richtig, das ist wirklich eine große Unterstützung.
00:35:59: Und mit dieser großartigen Unterstützung, mit diesem tollen Gespräch, danke ich dir für diese wunderschöne Folge.
00:36:07: Ich hoffe, liebe Zuhörer, euch hat es auch mal inspiriert, neu über den Glauben nachzudenken
00:36:15: und jetzt nochmal, wie kann man dich erreichen?
00:36:19: Also, du findest mich einmal bei Instagram unter JohannaGlaubt, unterstrich Org
00:36:25: und du kannst mich auch bei Facebook finden, da ist auch JohannaGlaubt, Jennifer Kirsch Ludwig
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